Die Kirmes, bzw. althergebracht die Kirchweih wird seit dem Mittelalter als religiöses Fest anlässlich der Weihe einer christlichen Kirche gefeiert. So auch in dem beschaulichen Örtchen Kirchheim im nördlichen Ilmkreis in Thüringen. Das genaue Datum der ersten Kirchweih ist jedoch aufgrund der Vielzahl der hier errichteten Kirchgebäude nicht feststellbar. Fest steht nur, dass das heute noch vorhandene Gotteshaus, der St. Laurentius in seinen Grundmauern etwa aus dem 12. Jahrhundert stammt und so schlicht vermutet wird, dass die Kirchheimer schon seit längerem einen Grund zum Feiern haben dürften.

Oft wird auch die Feier des Jahrestages auf den Namenstag des gewählten Schutzheiligen der Kirche gelegt. Würde man allerdings diesen Tag als Grundlage für die Kirmes in Kirchheim wählen, so läge man schon einige Jahre des Feierns um ein paar Monate daneben. Der Schutzpatron der Kirche in Kirchheim ist nämlich, wie der Name des Gebäudes schon sagt, der Heilige St. Laurentius und dessen Namenstag ist nun mal der 21. Juli oder auch der 10. August (Auf jeden Fall im Sommer, siehe auch Hintergrundinformationen am Ende der Seite).
Halten wir es in diesem Fall ganz einfach einmal wie die Bayern (auch wenn das die Ausnahme bleiben sollte), welche passender Weise ihren allgemeinen Kirchtag am dritten Sonntag im Oktober feiern. Das einmal als Grundlage betrachtet, liegt man in Kirchheim mit der Wahl des Datums doch gar nicht so falsch.

In Kirchheim sind die ältesten festlichen Aktivitäten, wie in der Galerie auf den Bildern zu erkennen ist, aus Zeiten der Schwarzweißfotografie belegbar. Konkrete Fakten werden hier noch recherchiert. Die einzelnen Bräuche sind leider auch nicht exakt überliefert. Vielleicht nur soviel, feucht fröhlich ist es wohl zu jeder Zeit zugegangen.


In der Galerie sind gesammelte Werke aus alten Tagen, doch kaum jemand kann noch das Jahr dazu sagen. Noch ist die Galerie unvollständig, aber es wird daran gearbeitet. Haben Sie Bilder? -wenn ja schreiben Sie uns!

Die neuzeitlichen Kirmesfeiern sind hingegen bestens bekannt. Hierzu ein paar Rückblicke:
Nach einer langjährigen unerklärlichen Pause erlebte die Kirmse in Kirchheim im Jahre 1989 eine Art Renaissance. Dank einer Gruppe unerschrockener, traditionsbewusster, junger Leute konnte das Fest wieder aufleben. Acht Frauen hatten den Mut und Lunte gerochen.

1989 - war es soweit, die Frauen machten sich an die Arbeit und es wurde eine Kirmes durchgezogen. Man hatte viel Spaß und natürlich viel Arbeit, doch gemeinsam war man stark. :-)

1990 - kamen noch weitere Frauen hinzu und zum Glück haben auch die Männer nun mitgemacht. Da klingt der Kirmesschlachtruf  natürlich viel cooler und war auch weithin beim Ständchen zu hören :-)

Wer macht die Kirmes – WIR
Wo ist die Kirmes – HIER
Was trinken wir – BIER
Astalavista – OLE
 Astalavista – OLE
 Astalavista – OLE, OLE, OLE,
TSCHA  TSCHA  TSCHA U AAAA


Die Versteigerung einer „Einheitstorte“ am Samstag Abend passte gut in dieses Jahr.

Leider war nun nochmals aus verschiedenen Gründen wieder mit der Kirmes Schluss, doch wer schon einmal mitgemacht hat weiß, dass es unbedingt weitergehen muss.

1994 - Nach drei Jahren Pause ging es nun wieder los. Kirmes in der Speisehalle. Zwei Kirmesfrauen haben sich auf einen weniger schönen Bettelweg gemacht um Startkapital für die Kirmes zu besorgen. Zum Glück kam einiges zusammen und die Pleite am Freitag Abend konnte so einigermaßen verkraftet werden. Da war die Sorge groß, aber der Samstag war zum Glück famos. Der Tanzbär geführt vom Kräuterweib und der unglaubliche Frühschoppen mit Zwischenstop bei unseren Fußballern bleibt unvergessen. Durch die spontane Unterstützung an der Linie haben unsere Fußballer damals zweistellig gewonnen.

1995 – Es war toll den Kirchheimer Saal, wenn auch etwas umgebaut, für die Kirmes zu nutzen. Die Wirtsleute des Restaurant Fontana haben uns tatkräftig unterstützt und sogar die Preise der Getränke gesenkt. So konnten alle eine tolle Kirmes erleben.  Für manches Kirmespaar war es ein Trip ins ungewisse. Aber natürlich ein toller Trip!
Seit dieser Kirmes war auch jahrelang das Kirmesfett auslassen Tradition. Ein kleiner Kreis hat in stundenlanger Arbeit diese Delikatesse mit Zwiebeln, Wacholderbeeren und und und...... zubereitet. Im Kirmeszimmer gab es dann das „große Fressen“ So konnte man auch gewissen Dingen gegenüber standhafter sein. :-)
Viele Frauen haben auch Kuchen gebacken und mitgebracht. Eine super Truppe.
Schneesturm beim Ständchen hat die Gesellschaft nicht aufhalten können, so wurde man dann ab und zu mit Sonnenschein belohnt.


1996 –  Zum ersten mal Kirmes mit Rentnernachmittag am Freitag. Die Kirmesfrauen haben fleißig gebacken und die Senioren bewirtet. Bei den Senioren kam das gut an.Viele junge Kirchheimer für die Kirmes waren nicht in Sicht, aber zwei Mädels haben uns tatkräftig unterstützt und hatten viel Spaß. So war das jüngste Kirmesmädel fast 16 und der älteste Kirmesbursche 52 Jahre alt. Der sichtlich gerührten Wirtin des Restaurant Fontana haben wir einen liebevoll gestalteten Bilderrahmen, als Dankeschön überreicht. Alles wurde immer besser, denn jede Sache die man im Nachhinein schnell organisieren musste wurde gleich im Notizbuch vermerkt für das nächste Jahr. Man kann sagen, die Kirmes ist wie eine Sucht und man fragt sich manchmal wie man das alles so durchstehen kann.


1997 – Das Restaurant Fontana ist neu renoviert und auch in diesem Jahr, trotz der großen Ausgaben, sind die Preise wieder reduziert worden. Das Nervenkleid der Wirtsleute war unglaublich stabil, denn der Frühschoppen fand mal wieder kein Ende. Die Nachts in Gemeinschaftsarbeit gekochten Nudeln schmeckten dem HARTEN KERN der Gesellschaft vorzüglich.

1998 –  Jugendverstärkung! Herrlich war das, denn der Tatendrang der Jugend war unglaublich und so wurde einiges anders und besser gemacht. Jung und Alt hatten sehr viel Freude schon bevor die Kirmes überhaupt anfing. Es waren so viele Paare, da war die Idee eine Polka zu tanzen einfach genial. Die Polka hatte Erfolg und sie zu tanzen war der reinste Spaß. Zum Frühschoppen wurde eine kleine Darbietung mit Handpuppen nach einer Arie aus der Oper Carmen gemacht.
Am 28.11.1998 wurde erstmalig eine Nachkirmes veranstaltet. Leider -  der Flopp des Jahres.


1999 –  In diesem Jahr waren zum letzten mal die älteren Paare dabei. Die Kirmes  soll ja auch von der Jugend des Ortes gemacht werden. Fünf Kirmesmädels hatten die Idee die Burschen im Wald beim Fichten holen mit einem Imbiss zu überraschen. Als Kräuterweiber verkleidet, mit Tragkörben und einem Plakat ausgerüstet machten sie sich auf die Suche.


Die Freude der Kirmesburschen war groß und so wurde ein lustiges Picknick veranstaltet. Zum Rentnernachmittag war es richtig voll. Es wurden zwei lustige Reden gehalten von den Männern die die Spitznamen Stenkerkarl und Fink haben. Die Kirmesjugend machte eine Tanzeinlage und der Scherenschleifer kam zu guter Letzt auch. Der Tanz und auch der Scherenschleifer wurden Samstag Abend noch einmal dargeboten und mit viel Beifall belohnt. Am Abend wurden die Stempel am Eingang nicht nur auf Hände oder Arme gemacht. Lachanfälle waren so vorprogrammiert. Für die Ständchenkapelle wurde ein kleines Präsent für die Treue gebastelt und überreicht und auch Karl Widder (Stenkerkarl) bekam etwas für die lustige und ortsbezogene Rede. Am Abend war die Stimmung unglaublich. Als dann die Beerdigung kam, waren für viele der älteren Kirmesgeneration die Tränen fast echt – das letzte Mal eben. Der Frühschoppen in diesem Jahr war mal wieder unglaublich. Man hatte vor lauter Stimmung Gänsehaut und stand stundenlang singend auf den Tischen und fand wieder einmal kein Ende.


2000 – Das erste mal das die Kirmeszöglinge völlig alleine das Fest organisierte. Doch die Jugend lernte schnell sodass die Kirmes auch ein weiteres Mal ein voller Erfolg wurde. Sie hatte ja auch Talent, aber auf jeden Fall gute Lehrer. Doch sollten die jungen Mädels und Burschen in ihren jungen Jahren noch vor ungeahnte Probleme gestellt werden.

2001 – In diesem Jahr drohte die Kirmse fast schon wieder auszufallen. Die schockierende Nachricht, dass das geliebte Fontana geschlossen werden sollte ließ große Ungewissheit um das diesjährige Fest aufkommen. Nach unzähligen Gesprächen, Versammlungen und Verhandlungen konnte jedoch eine Lösung gefunden werden, die die nachfolgenden Kirchweihen hinsichtlich Größe und leider auch Organisationsaufwand in noch nicht dagewesene Dimensionen wachsen ließ.
Als Veranstaltungsort wurde die leerstehende alte Kirchheimer Turnhalle (im Volksmund auch  „Heinz-Umbreit-Stadion“ genannt) gefunden und in mühevoller, ideenreicher Handarbeit zum Festsaal umgestaltet. Die dadurch möglich gewordene Kirmes war die – salopp gesagt - geilste Party des Jahres. Sogar der Erbauer und Instandhalter des Gebäudes – Heinz Umbreit – ließ es sich nicht nehmen mit seiner Frau Luise (beide zu der Zeit fast 70) zum Jugendtanz Rock`n Roll zu tanzen. Spätestens als am Samstag der „Saal“ aus allen Nähten platzte brannte in Kirchheim das Parkett.    

2002 – Mit dem Mega-Erfolg des letzten Jahres im Nacken war es nur schwer in diesem Jahr Einen drauf zu setzen. Wie sich jedoch schon vorher herausstellte, sollte auch das schon wieder das letzte Mal sein. Gerade stellte sich eine gewisse Routine ein, mussten sich die Mädels und Jungs aufgrund – na ja nennen wir es mal bürokratische Komplikationen – erneut nach einem Veranstaltungsort umsehen. Aber mittlerweile, mit einiger Erfahrung auf dem Buckel, konnte die Kirmesburschen und Mädels nichts mehr aus der Ruhe bringen. Nicht zu letzt hatten auch Sie jetzt schon einigen tatkräftigen Nachwuchs rekrutieren können. Eins hat man aber in diesem Jahr noch lernen dürfen – hänge niemals dem Heini seine Bilder ab! ;)

2003 – Weit mussten sie bei der Suche gar nicht schauen, denn die einzig sich bietende Möglichkeit die Kirchheim noch blieb war die neu erbaute Turnhalle auf der anderen Straßenseite. So einfach allerdings wie sich die alte Halle nutzen ließ, so komplizierter sollte die Nutzung der neuen Halle werden. Nach Beantwortung von Fragen wie: Wie schützen wir Wände und Boden vor Brandlöchern (Heinis Spezialhalle fand glühende Zigaretten lächerlich)?, Wie stellen wir die Rettungswege sicher?, Wo bekommen wir genug Strom her?, Was machen wir mit der Brandmeldeanlage? Und wie um Himmels willen bauen wir den ganzen Scheiß am Freitag auf und nach einem komplett durchzechten Wochenende am Sonntag gleich wieder ab? Schließlich hat man in Kirchheim das seltene Glück, dass meist der Schulbetrieb gleich Montag wieder aus den Herbstferien startet.
Die Kirchheimer aber wären nicht Kirchheimer wenn sie nicht für ein jedes dieser Probleme eine Lösung gefunden hätten. Natürlich nahm man dabei jeden Strohhalm an Hilfe dankend an und so konnte vor allem mit der Unterstützung von Feuerwehrverein, Gemeindearbeitern und vor allem dem damaligen Hausmeister der Halle die Kuh wieder vom Eis geholt werden und die Fete erneut steigen. Das dabei den fleißigen Händen der nebenbei erwähnt nunmehr zur doppelten Anzahl herangewachsenen Kirmespärchen ein ganz besonderes Lob gilt, ist sicher selbstverständlich. Ohne die Bereitschaft und den unbedingten Willen die Kirmes nicht ausfallen zu lassen wäre der immens große Haufen an Arbeit nicht zu bewältigen gewesen. (Falls jetzt jemand denkt, dass diese Zeilen vor Eigenlob nur so strotzen, der sei herzlichst zum Aufbau, Jugendtanz, Ständchen, Kindertanz, Tanzabend am Samstag, dem Frühschoppen und vor allem aber zum Abbauen eingeladen. Aber bitte zu jederzeit pünktlich und mit guter Laune. Wem das nichts aus macht und wer danach immer noch mit wehenden Fahnen durch die Lande marschiert, der sollte sich fragen warum er uns nicht schon lange beigetreten ist).

2004 – 2014
Die Jahre gingen so ins Land und man soll es kaum glauben, die Kirmes in Kirchheim hat trotz anfänglicher Schwierigkeiten eine Art zu Hause gefunden. Die Turnhalle in Kirchheim. Und da es all die Jahre nun schon wunderbar klappt und Auf- und Abbau wie am Schnürchen laufen, ist man sich sicher, dass auch in 2015 die Kirmes stattfinden wird. Für einen Eindruck der letzten Jahre sollte unbedingt Einblick in die Bilder der Galerie genommen werden. Hoffen wir, dass noch viele schöne Erinnerungen hier ihren Platz finden.

Hintergundinformationen:

Laurentius war als Erzdiakon der Kirche Roms auch für die Verwaltung des Kirchengutes verantwortlich. Als in den ersten Augusttagen des Jahres 258 Kaiser Valerian, auf den nach der Schreckensherrschaft von Kaiser Decius die Christen Roms so große Hoffnungen gesetzt hatten, überraschend Papst Sixtus II. festnehmen und enthaupten ließ, begleitete Laurentius seinen Vorgesetzten unerschrocken auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte. Nach der Hinrichtung des Papstes forderte der Kaiser nun die Herausgabe des Kirchenschatzes. Der Erzdiakon bat daraufhin um drei Tage Bedenkzeit. Er nutzte jedoch den Aufschub, um während dieser Frist sämtliche Güter der Kirche an die Hilfsbedürftigen zu verteilen. Als Laurentius dann diese Hilfsbedürftigen vor den Kaiser führte und erklärte, sie, die Armen, seien die Schätze der Kirche, geriet Valerian vor Wut außer sich und ließ den Diakon einkerkern und foltern. Er wurde von den Folterknechten mit Bleiklötzen geschlagen und zwischen zwei glühende Metallplatten gelegt. Doch Laurentius verließ nicht der Mut. Er betete und pries Gott. Nun band man ihn auf einen Rost, unter dem sodann ein Feuer angezündet wurde. An den schweren Verbrennungen, die der Märtyrer hierbei erlitten hatte, musste er schließlich sein Leben lassen.

Bauernregeln:

"Ist es hell am Laurenztag, viel' Früchte man sich versprechen mag; jedoch schlechten Wein gibt's heuer, wenn Sankt Laurenz ohne Feuer."
Sankt Lorenz kommt in finst'rer Nacht ganz sicher mit Sternschnuppenpracht."
"Kommt Laurenz daher, wächst das Holz nicht mehr."
"An Sankt Laurentius der Bauer pflügen muß."
"Nach Laurenzi ist's nicht gut, wenn's Rebenholz noch treiben tut."
"Laurentius mit heißem Hauch, füllt dem Bauern Scheune und Bauch, und dem Winzer Faß und Schlauch."

Heutzutage spielt der religiöse Kontext meist eine untergeordnete Rolle. Wegen der weiten Verbreitung von Kirchweihfesten und ihrer jeweiligen lokalen Besonderheiten haben sich in den regionalen Dialekten verschiedene Bezeichnungen für die Kirchweih eingebürgert:


Festverlauf:

Im ländlichen Raum bildet die Kirchweih eine wichtige dörfliche Institution, mit den – zumeist unverheirateten – Kirmesburschen (in Franken auch „Ortsburschen“ oder „Kärwaboum“; in Hessen „Kerweborsche“, „Kerbeborsch“, „Kermesborsche“, genannt) die das jährliche Fest organisatorisch tragen. Kopf der fröhlichen Truppe ist unumstritten der Kirmesvater
Neben den regional unterschiedlichsten Traditionen die sich über teilweise Jahrhunderte herauskristallisierten, läuft die Kirmes in Kirchheim allgemein recht einfach ab:
Man trifft sich im Vorfeld, bespricht und verteilt die anstehenden Aufgaben, trinkt schon mal einen auf die Kirmse, legt dann den Termin für das weit verbreitete Kirmesbaum setzten (in Kirchheim „Fichtensetzen“) fest, trinkt bei erfolgreicher Uhrzeitfindung noch einen und schwelgt dann (falls vorhanden..) in Erinnerungen an die letzten Jahre.
Am Wochenende vor dem eigentlichen Termin werden in Kirchheim traditionell die Fichten vor den Eingang des Festsaals gesetzt. Das, sowie das frühzeitige Baumholen mit dem Traktor im Wald bleibt im Allgemeinen noch den Burschen vorbehalten, wobei die Regeln hierbei vor einigen Jahren auch schon einmal schärfer waren. Zu Trinken gibt es hierbei in jedem Fall ausreichend, sodass die nötige Stimmung, wenn nicht sowieso schon vorhanden, recht schnell wieder erreicht ist.
Am darauffolgenden Wochenende, dem letzten vollständigem Oktoberwochenende, beginnt das eigentliche Fest dann mit dem Jugendtanz Mittlerweile nehmen daran in vielen Dörfern, Gott sei Dank, auch Mädchen und junge Frauen teil („Kirmsenmenscher“), wodurch sich der eigentliche festliche Teil in eine Art Ballnacht verwandelte bei dem die Kirmesburschen und – Mädels als sagen wir mal Debütanten den Tanz eröffnen. Hat man diese im Allgemeinen recht lang werdende Nacht erst einmal überstanden, kann man sich für gefühlte zwei Minuten aufs Ohr hauen und muss nach alter Tradition um 8 Uhr Samstagmorgens zum Ständchen seinen Mann bzw. seine Frau stehen. Dieses feuchtfröhliche Ereignis zieht sich in der Regel bis etwa 15 Uhr hin und von hier wird der nahtlose Übergang zum stets gut besuchten Kinder- und Seniorennachmittag angestrebt. Mit mehr oder minder gutem Erfolg ;)

Nach Beendigung dieses knie- und gelenkbeanspruchenden Festaktes (Kleinkinder zeigen keine Gnade gegenüber vom Ständchen schmerzenden Füßen und Stimmen) ist schnellstens Aufräumen, Herrichten und Umziehen angesagt. Man möchte ja schließlich auch den Herrschaften mittleren Alters die Chance geben ihren Kontostand für einen gelungenen Abend zu erleichtern. Der Samstagabend ist das eigentliche Highlight der ganzen Veranstaltung. Die Kirmesgesellschaft packt im Dresscode noch eine Schippe oben drauf, die Gäste freuen sich auf den Tanz, die netten Gespräche (Jeder kennt hier Jeden) und natürlich auf die schließlich traditionell stattfindende  Beerdigung um Mitternacht. Ab diesem Punkt ist der offizielle Teil dann eigentlich erledigt und die Kirmesgesellschaft kann sich entspannt einer weiteren Hauptattraktion des Festes widmen, dem Tresen. Wenn dann zu verdammt später Stunde das Licht aus geht, kann man sich in Kirchheim (Energieeinsparung sei Dank) an einer zusätzlichen Stunde Schlaf erfreuen. Doch hilft alles nichts, am Sonntag heißt es Aufstehen und gegen 9 Uhr zur Vorbereitung vom Frühschoppen, was etwa um 10 Uhr beginnt, antanzen. Ist auch das überstanden, und der komplette Kirmessaal wieder in eine Turnhalle zurück transformiert, kann eine letzte gemeinsame Pizza, sowie ein nie besser schmeckendes Bier verzehrt werden bevor es nichts mehr anderes heißt als:  WILL INS BETT!!!

Wer also Gefallen findet an dieser Art der Kirmes kann sich gern unter einen der auf dieser Seite angegebenen Wege bei den Kirchheimern melden!